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Remote-Arbeit: Tipps zum Arbeiten in Co-Working-Spaces

Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026


Co-Working-Spaces gehören für viele Arbeitnehmer zu den bevorzugten Arbeitsplätzen und sind im Employer Branding zu einem wichtigen Faktor geworden. Mit hybriden Arbeitsmodellen integrieren Unternehmen flexible Arbeitsplatzlösungen in ihre Strategien und werden so den Ansprüchen von Mitarbeitern gerecht, die in verschiedenen Städten und Ländern mobil arbeiten.


 

Wir haben mit Dr. Niels Mueller-Wickop, dem CEO der Reiseplattform JoinMyTrip, über Remote-Work-Pakete für Mitarbeiter gesprochen. Dabei reisen Teams für einige Zeit gemeinsam an einen Ort und arbeiten von dort aus zusammen. Es geht um Unternehmenskultur und Wohlfühlleistungen, die ein wichtiger Faktor für oder gegen ein Unternehmen sein können.


Hinweis: Das Interview stammt aus dem Jahr 2021. Die Aussagen spiegeln den damaligen Stand wider, die Grundgedanken zu flexiblem Arbeiten gelten bis heute.


 

Was ist Co-Working und warum habt ihr Euch für diese Arbeitsplatzkultur entschieden?


Co-Working ist die logische Weiterentwicklung des Homeoffices. Während viele Unternehmen sich noch damit anfreunden müssen, ihren Mitarbeitern nicht mehr dauerhaft über die Schulter schauen zu können, haben wir das Ganze einfach noch einen Schritt weiter gedacht. Warum sollten unsere Kollegen (alleine) zu Hause im grauen Deutschland sitzen, wenn sie auch produktiver und für sie günstiger irgendwo am Meer im Süden arbeiten können.


In anderen Worten: Co-Working bedeutet einfach, das Homeoffice in eine Unterkunft mit anderen Arbeitstätigen zu verlegen, idealerweise natürlich an einen Ort, der viele Vorteile bietet wie schönes Wetter, blaues Meer, viel Natur und günstige Lebenshaltungskosten. Eben das, was das Herz der Mitarbeiter begehrt.


 

Wie sieht ein Co-Working-Erlebnis bzw. eine Reise bei Euch aus?


Eine Person, wir nennen sie den TripLeader, erstellt einen Co-Working-Trip. Normalerweise sucht der TripLeader dafür lediglich eine passende Unterkunft mit schnellem Internet, Pool, guter Aussicht usw. aus und ist die Ansprechperson für alle nötigen Reservierungen oder Vorbereitungen.


Im Anschluss teilt er den Trip mit seinen Kollegen oder er kann ihn bei uns auf der Plattform veröffentlichen und sich die passenden Co-Worker aussuchen. Nebenher kann der TripLeader durch die Organisation der Reise Geld dazu verdienen, was natürlich je nach Gruppengröße mehr oder weniger Aufwand bedeuten kann.


 

Welche Vorteile hast Du bei den gemeinsamen Co-Working-Trips erkannt?


Persönlich bin ich jedes Mal wieder überrascht, wie motivierend so ein Co-Working-Trip ist. Auch bei meinen Kollegen stelle ich, entgegen dem Glauben vieler Führungskräfte im HR-Bereich, regelmäßig eine enorm gesteigerte Produktivität im Homeoffice fest.


Mal abgesehen von Produktivitätskennzahlen frage ich mich aber auch, wie Mitarbeiter bspw. besser interkulturelle Kompetenzen erwerben können, als einfach vor Ort zu sein.


 

Was für Vorteile haben Co-Working-Spaces für Deine Remote-Mitarbeiter?


Co-Working-Spaces haben viele Vorteile. Um nur einige zu nennen: schnelles Internet, Séparées für längere Calls, Kontakt zur lokalen Community und vieles mehr. Da einige unserer Kollegen ansonsten zu Hause in ihrem Wohnzimmer am Schreibtisch arbeiten würden, sind Co-Working-Spaces auch eine gute Möglichkeit, das Office-Feeling zurück ins Leben zu holen.


 

Wie trackst Du die Produktivität Deiner Mitarbeiter, wenn sie remote arbeiten?


Ebenso wie im Büro: über Ergebnisse. Wir haben früh verstanden, dass ein Time-Tracking in den allermeisten Fällen kontraproduktiv ist. Wir sind fest davon überzeugt, dass Ergebnisse das sind, was zählt, und nicht irgendwelche eigenartigen KPIs wie Screentime oder was die Stempeluhr sagt.


 

Wie steigert Remote Co-Working die Produktivität?


Was wir bei uns im Team immer wieder festgestellt haben: Die gesteigerte Produktivität lässt sich auf zwei wesentliche Faktoren zurückführen:


  1. eine gesteigerte Motivation
  2. sowie eine gesteigerte Kreativität.

Den zweiten Faktor erklären wir uns folgendermaßen, ohne jeglichen wissenschaftlichen Anspruch zu erheben: Sowohl durch die neue Umgebung als auch durch die neuen Co-Worker erhält jeder Einzelne nochmals eine neue Perspektive darauf, was und wie er arbeitet.


Einige unserer Kollegen schwärmen vor allem von "Skill Sharing Lessons": Sie und ihre Co-Worker setzen sich dafür einen Abend zusammen und jeder zeigt, worin er besonders gut ist. Das fängt bei Google Analytics an, geht über Video Editing und Texting bis hin zu Yoga-Sessions.


 

Vom Büro, zu Hause und in Hotels: Welche Trends zur Mobilität am Arbeitsplatz siehst Du?


Ich bin nach den Erfahrungen der letzten anderthalb Jahre fest davon überzeugt, dass wer Top-Talente dauerhaft halten will, maximale Flexibilität bieten muss. Jedes Unternehmen steht im weltweiten Wettkampf um Talente und leider haben viele deutsche Unternehmen das immer noch nicht verstanden.


Dementsprechend ist es nur logisch, auch den Arbeitsort zu flexibilisieren. Wer nach diesen anderthalb Jahren nach wie vor mit herkömmlichen Argumenten wie Arbeitszeitüberwachung oder Unternehmenskultur um die Ecke kommt, wird es langfristig sehr schwer haben. Nicht die Arbeitgeber entscheiden, wo und wie in Zukunft gearbeitet wird, sondern die Top-Talente!


Natürlich sollte die Ausgestaltung von Unternehmen zu Unternehmen individuell sein. Beispielsweise sind bei uns maximal 2 Stunden Zeitzonenunterschied erlaubt und Mitarbeiter müssen mindestens drei Tage vor dem ersten Arbeitstag am neuen Arbeitsort anreisen. So stellen wir sicher, dass jeder erst einmal Zeit hat, sich zu akklimatisieren.


Wie Unternehmen hybrides Arbeiten im Alltag umsetzen, besprechen wir auch in Folge 7 des Kenjo-Podcasts mit Christopher Bieri von Seatti:


 

Welche Co-Working-Spaces sind die besten der Welt?


Ehrlich gesagt kommt es extrem auf die Person bzw. die Gruppe an. Einige mögen es sehr luxuriös und standardisiert, andere bevorzugen einen einzigartigen Space.


Für mich persönlich kommt es auch auf das Land und die Jahreszeit an: im Sommer und im Süden etwas relaxter, im Winter warm und kuschelig.


Vielen Dank, lieber Niels, für dieses spannende Interview über das Arbeiten im Homeoffice in Co-Working-Spaces.


Wer Teams an verschiedenen Orten betreut, braucht Verträge und Mitarbeiterdaten an einem zentralen Platz. Mit der digitalen Personalakte von Kenjo haben HR-Teams alle Dokumente ortsunabhängig im Zugriff. Wie eine Personalverwaltungssoftware Remote- und Hybrid-Teams im Alltag unterstützt, zeigen wir Dir gerne in einer Demo.


Du suchst noch nach weiteren Inspirationen zum Arbeiten im Homeoffice? Dann schau Dir mal folgende Artikel an:



 

Über Dr. Niels Mueller-Wickop


Dr. Niels Mueller-Wickop

Niels hatte zum Zeitpunkt des Interviews (2021) fast 100 Länder bereist und damit sein Hobby zum Beruf gemacht. Nachdem er mehrere Jahre als Berater bei PwC sowie als Vorstandsassistent in der Münchener Rück Gruppe tätig war, brachte ihn eine einjährige Weltreise auf die Idee zu JoinMyTrip. Das Unternehmen verbindet Reisende und ermöglicht neben klassischen Reisen auch Co-Working-Trips.


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