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Raucherpausen & Zeiterfassung: Rechtliche Risiken, Fairness und praktische Lösungen für Arbeitgeber

In vielen Betrieben – sei es im Lager, in der Produktion oder im Einzelhandel – ist es ein offenes Geheimnis: Die Raucherpausen summieren sich. Einmal kurz vor die Tür, "nur fünf Minuten". Doch am Ende der Woche stehen oft Stunden auf der Uhr, die nicht erfasst wurden. Als Geschäftsführer oder Schichtleiter stehen Sie dabei oft zwischen den Stühlen: Einerseits wollen Sie kein Kontrollfreak sein, andererseits sorgen die ständigen Unterbrechungen für Unruhe im Team und rechtliche Grauzonen.


Die Kernfrage lautet: Muss ich Raucherpausen erfassen? Und noch wichtiger: Wie setze ich das im stressigen Alltag ohne großen bürokratischen Aufwand um? In diesem Artikel klären wir die Rechtslage, das unterschätzte Haftungsrisiko und zeigen Lösungen, die für Fairness sorgen.




Ist Rauchen Arbeitszeit? Die rechtliche Basis


Um das Thema Raucherpausen Zeiterfassung rechtssicher anzugehen, müssen wir zunächst klären, was das Gesetz sagt. Die kurze Antwort: Nein, Rauchen ist keine Arbeitszeit.


Das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) definiert Pausen als Ruhezeiten, in denen der Arbeitnehmer keinerlei Arbeitsleistung erbringen muss. Da beim Rauchen nicht gearbeitet wird, zählt diese Zeit nicht zur vergüteten Arbeitszeit. Das bedeutet:


  • Raucherpausen müssen grundsätzlich nachgearbeitet werden.
  • Alternativ kann die Zeit vom Lohn abgezogen werden.
  • Es besteht kein gesetzlicher Anspruch auf bezahlte Zigarettenpausen.

 

Vorsicht bei "Betrieblicher Übung": Wenn Sie als Arbeitgeber über Jahre hinweg stillschweigend dulden, dass Mitarbeiter während der bezahlten Arbeitszeit rauchen, ohne diese Zeit nachzuarbeiten, kann eine sogenannte "betriebliche Übung" entstehen. Daraus kann sich ein Rechtsanspruch der Belegschaft ableiten. Umso wichtiger ist es, jetzt eine klare Regelung zu treffen.




Das "Richter-Dilemma": Warum Du Raucherpausen dokumentieren musst


Viele Arbeitgeber denken: "Wo kein Kläger, da kein Richter." Doch genau hier liegt ein massives, oft unterschätztes Risiko. Es geht nicht nur darum, ob Sie ein paar Euro Lohn zu viel zahlen. Es geht um Ihre Glaubwürdigkeit vor Gericht und bei Betriebsprüfungen.


Seit dem BAG-Urteil zur Arbeitszeiterfassung (basierend auf dem EuGH-Urteil) sind Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter systematisch zu erfassen. Wenn Ihre Dokumentation lückenlos "8 Stunden Arbeit" anzeigt, der Mitarbeiter aber in Wahrheit mehrfach am Tag rauchen war, wird Ihre gesamte Aufzeichnung angreifbar.

Das Szenario: Ein ehemaliger Mitarbeiter klagt auf Auszahlung von Überstunden. Sie legen Ihre Stundenzettel vor. Der Anwalt des Mitarbeiters weist nach, dass Raucherpausen nie abgezogen wurden, die Dokumentation also fehlerhaft ist. Ein Richter wird sich fragen: Wenn die Pausen nicht stimmen, stimmen dann die Überstunden-Aufzeichnungen überhaupt? Ohne exakte Dokumentation der Unterbrechungen verlieren Sie im Streitfall oft die Beweiskraft für Ihre gesamte Zeiterfassung.




Fairness als Faktor: Raucher vs. Nichtraucher


Neben den juristischen Aspekten ist das Arbeitszeitgesetz Pausenregelung Raucher vor allem ein kulturelles Thema. Wenn Kollegen fünfmal am Tag für zehn Minuten verschwinden, summiert sich das schnell. Nichtraucher fühlen sich oft benachteiligt, wenn sie "durcharbeiten", während andere bezahlte Mini-Pausen machen.


Wie viel Zeit kosten Raucherpausen wirklich?


Die folgende Tabelle zeigt eine Beispielrechnung für einen Betrieb mit 20 Mitarbeitern, von denen 8 rauchen:


 
Szenario Zeit pro Tag Zeit pro Woche Zeit pro Jahr (ca. 45 Wochen)
1 Raucher (3 Pausen à 5 Min + Weg) ca. 20 Minuten 1 Std. 40 Min. ca. 75 Stunden
Team (8 Raucher) 160 Minuten ca. 13 Stunden ca. 600 Stunden

Eine transparente Zeiterfassung App Pausenabzug ist hier kein Instrument der Überwachung, sondern ein Fairness-Tool. Wer raucht, stempelt aus. Wer arbeitet, wird bezahlt. Das schützt auch die Raucher vor dem pauschalen Vorwurf der Faulheit – denn ihre Arbeitszeit ist nun transparent und belegbar.




Praxis-Check: Wie erfasst man Raucherpausen im "Deskless"-Alltag?


Im Büro ist es einfach: Bildschirmsperre rein, Pause klicken. Aber wie funktioniert das im Lager, in der Fertigungshalle oder im Einzelhandel? Niemand läuft 5 Minuten ins Büro, um sich am PC auszustempeln, nur um 5 Minuten zu rauchen. Das "Operator Problem" verlangt nach mobilen Lösungen.


Hier ein Vergleich der gängigen Methoden zur Erfassung:


 
Methode Vorteile Nachteile / Risiken
Papierzettel / Stundenzettel Keine Anschaffungskosten Fehleranfällig, unleserlich, rechtlich oft nicht revisionssicher ("Zettelwirtschaft").
Hardware-Terminals (Stechuhr) Robust Teuer, statisch (Laufwege!), Wartungsaufwand.
Mobile App / Kiosk-Modus (z.B. Kenjo) Flexibel, sekundenschnell, direkt am Raucherbereich nutzbar Erfordert Smartphone oder Tablet

Die Lösung für Mitarbeiter ohne festen Schreibtisch ist Geschwindigkeit. "Handy raus, Klick auf Pause, fertig." Oder ein fest installiertes Tablet im Kiosk-Modus direkt am Ausgang zum Raucherbereich. So wird die Compliance nicht zum Produktivitätskiller.


Pauschalabzug vs. Echtzeit-Erfassung


Viele Arbeitgeber neigen dazu, einfach pauschal 20 oder 30 Minuten pro Tag bei Rauchern abzuziehen. Das ist zwar bequem, aber arbeitsrechtlich riskant. Raucht ein Mitarbeiter an einem Tag weniger oder gar nicht, ziehen Sie ihm zu viel Lohn ab. Eine Zeiterfassung App mit Pausenabzug in Echtzeit ist die einzig sichere Methode, um Streitigkeiten zu vermeiden.




Sensibilisierung: So sprichst Du das Thema bei Deinem Team an


Die Einführung einer strikten Erfassung von Raucherpausen stößt nicht immer auf Gegenliebe. Wichtig ist, wie Sie es kommunizieren. Verkaufen Sie die Neuerung nicht als Schikane, sondern als Absicherung für alle.


Leitfaden für das Gespräch:


  • Sicherheit betonen: "Wir müssen Arbeitszeiten korrekt erfassen, um Euch und den Betrieb bei Prüfungen (Zoll, Arbeitsschutz) zu schützen."
  • Fairness hervorheben: "Es ist nur fair gegenüber den Nichtrauchern, dass wir hier Gleichheit schaffen."
  • Einfachheit zeigen: "Wir nutzen eine App, damit ihr keinen Stress mit Zetteln habt."

 

Hinweis: Sollte in Ihrem Unternehmen ein Betriebsrat existieren, binden Sie diesen frühzeitig ein. Die Einführung von Zeiterfassungssystemen unterliegt der Mitbestimmung.



Zusammenfassung


Raucherpausen sind keine Arbeitszeit und müssen in der Regel nachgearbeitet werden. Doch viel wichtiger als der Lohnaspekt ist die rechtliche Sicherheit: Ohne Dokumentation dieser Unterbrechungen riskieren Sie, dass Ihre gesamte Arbeitszeiterfassung vor Gericht als unglaubwürdig eingestuft wird – das "Richter-Dilemma". Eine digitale Erfassung sorgt zudem für Fairness zwischen Rauchern und Nichtrauchern und befriedet Konflikte im Team.




Nächster Schritt für Deine Personalverwaltung


Schluss mit Zettelwirtschaft, Diskussionen und rechtlichen Grauzonen. Mit Kenjo ermöglichst Du Deinem "Deskless"-Team sekundenschnelles Ein- und Ausstempeln via Smartphone oder Kiosk-Tablet – direkt dort, wo gearbeitet (oder geraucht) wird.


Sichere Dir rechtssichere Dokumentation und faire Bedingungen für alle Mitarbeiter.

 

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