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Personalabteilung

Arbeiten trotz Krankschreibung - erlaubt oder nicht?

Ein Arbeitnehmer ist die gesamte Woche krankgeschrieben, fühlt sich am Mittwoch aber wieder fit genug fürs Büro. Doch ist das Arbeiten trotz Krankschreibung wirklich erlaubt? Wir verraten, worauf Arbeitgeber und Arbeitnehmer achten müssen, um sich rechtskonform zu verhalten.

Krankmeldung, Krankschreibung, Krankenschein oder ganz salopp gelber Schein – die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU), hat viele Namen.

 

Gemeint ist immer das gleiche: Eine AU ist eine von einem Arzt oder einer Ärztin ausgestellte Bescheinigung darüber, dass der Arbeitnehmer derzeit krank ist bzw. nicht in der Lage, seine berufliche Tätigkeit auszuüben sowie eine Prognose über die Länge der Ausfallzeit.

 

Die AU ist kein Beschäftigungsverbot wie das beispielsweise bei Schwangeren acht Wochen nach der Geburt der Fall ist. In einigen Unternehmen ist es üblich, die AU mit dem ersten Tag der Erkrankung einzureichen, andere halten sich an die gesetzliche Regelung, nach der ab dem vierten Krankheitstag eine AU abgegeben werden muss (geregelt in § 5 des Entgeldfortzahlungsgesetzes ).

 

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Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht

 

Da der Krankenschein auf einer Einschätzung beruht, kann es sein, dass der Arbeitnehmer früher fit ist als gedacht. Dann darf er eher wieder zur Arbeit kommen – muss aber nicht. Obwohl es also grundsätzlich erlaubt ist zu arbeiten trotz Krankschreibung, kann der Arbeitgeber ein Veto einlegen und seine Mitarbeiter nach Hause schicken.

 

Das sollte er sogar tun, wenn beispielsweise eine Mitarbeiterin hustend und schniefend erscheint und vermutlich die halbe Belegschaft anstecken wird. Denn ansonsten würde der Arbeitgeber die gesetzlich geregelte Fürsorgepflicht gegenüber der Belegschaft verletzen. Daraus können sich sogar negative Konsequenzen für den Arbeitgeber ergeben, wenn er zulässt, dass jemand mit gelbem Schein arbeiten kommt: Er kann sich dadurch schadenersatzpflichtig machen.

 

Keine Gesundschreibung beim Arbeiten trotz Krankschreibung

 

Stimmt der Arbeitgeber zu, dass ein Mitarbeiter vorzeitig einsatzfähig ist und auch niemanden gefährdet, ist keine Gesundschreibung notwendig. Tatsächlich existiert im deutschen Gesundheitswesen so eine Bescheinigung auch nicht. Gibt es einen Betriebsarzt oder eine Betriebsärztin im Unternehmen, kann der Arbeitgeber aber verlangen, dass sein Mitarbeiter dort vorstellig wird. Dieser prüft dann die Arbeitsfähigkeit.

 

Den Grund für die ursprüngliche AU müssen Arbeitnehmer nicht nennen, wegen des Datenschutzes steht er auch nicht darauf. Wenn ein Arbeitnehmer aber plant zu arbeiten trotz Krankschreibung, ist es sinnvoll, mit offenen Karten zu spielen – und dem Arbeitgeber zu erzählen, warum die Krankschreibung erfolgte und weshalb sie nicht in voller Länge greifen soll. Diese mündliche Erklärung reicht völlig aus.

 

Fallbeispiel 1: Eine Arbeitnehmerin hat nach einer Knie-OP eine Krankmeldung über sechs Wochen eingereicht. An einer beruflichen Veranstaltung, die gegen Ende dieser Zeit stattfindet, möchte sie aber teilnehmen. Da das die Genesung nicht behindert und andere im Team nicht gefährdet, stimmt ihr Arbeitgeber zu.

 

Fallbeispiel 2: Ein Arbeitnehmer, der im Großraumbüro arbeitet, möchte trotz Grippe zur Arbeit erscheinen, weil er unbedingt einen Auftrag abschließen möchte. Der Arbeitgeber widerspricht dem Wunsch, weil der Arbeitnehmer seine Kollegen und Kolleginnen im Büro gefährden – und seinen eigenen Genesungsprozess – behindern würde.

 

Fallbeispiel 3: Eine Busfahrerin erscheint zum Dienst, obwohl der linke Daumen eingegipst ist. Sie ist der Meinung, trotzdem sicher Bus fahren zu können. Hier sollte der Arbeitgeber einschreiten, weil das Unternehmen unter Umständen nach einem Unfall mitverantwortlich wäre und riskieren würde, schadenersatzpflichtig zu werden.

 

Voller Versicherungsschutz für alle, die arbeiten trotz Krankschreibung

 

Eine Alternative kann für Angestellte mit einem Bürojob die Arbeit im Homeoffice sein. Denn von zu Hause aus kann der Arbeitnehmer so viel leisten, wie er sich bei seinem Gesundheitszustand zutraut. Außerdem besteht z. B. bei einer Erkältung keine Ansteckungsgefahr für die Kollegen und Kolleginnen.

 

Voraussetzung ist immer, dass der Arbeitnehmer von sich aus trotz des gelben Scheins arbeiten möchte. Da eine Krankschreibung der Regeneration dient, kann der Arbeitgeber nicht erwarten, dass sich seine Mitarbeiter an den Schreibtisch setzen.

 

Für alle, die ins Büro fahren, stellt sich die Frage der Versicherung. Ein weit verbreitetes Gerücht ist, dass beim Arbeiten trotz Krankschreibung der Versicherungsschutz entfällt. Tatsächlich berührt das weder die Kranken-, noch die Unfallversicherung. Die Krankenversicherung ist in § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V geregelt, die Unfallversicherung in 8 Abs. 2 SGB VII. Ein krankgeschriebener Arbeitnehmer ist genauso wie sonst versichert – auch auf den Fahrten zur Arbeit oder von dort zurück.

 

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Besonderheiten beim Krankengeld

 

Ebenfalls ein Mythos ist, dass die AU ihre Gültigkeit verliert, sobald ein Arbeitnehmer während der Krankschreibung gearbeitet hat. Wer also arbeiten will trotz des gelben Scheins, dann aber merkt, dass er sich überschätzt hat, darf wieder nach Hause und sich bis zum Ablauf der AU auskurieren.

 

Ein besonderer Fall kann beim Krankengeld auftreten. Wenn ein Mitarbeiter länger ausfällt, zahlt der Arbeitgeber normalerweise das Gehalt sechs Wochen weiter. Diese Fortzahlung ist gemäß § 3 des Entgeltfortzahlungsgesetzes geregelt. Nach Ablauf dieser Frist zahlt die Krankenkasse ein Krankengeld, das in der Regel am Anfang des Monats überwiesen wird. Möchte der Arbeitnehmer früher als gedacht seine Arbeit wieder aufnehmen, muss er bereits erhaltenes Krankengeld für diesen Monat zurückzahlen.

 

Grundsätzlich gilt: Wer krankgeschrieben ist, hat auch Pflichten. Und zwar insbesondere die, alles zu vermeiden, was nicht der Genesung dient und dazu führt, dass sich die Erkrankung in die Länge zieht. Deshalb sollten Arbeitnehmer mit beispielsweise einer Grippe keine Partys feiern, keinen Extremsport betreiben – oder eben nicht ins Büro fahren. Stattdessen ist Erholung angesagt, um möglichst schnell wieder gesund und voll leistungsfähig zu werden.

 

Die wichtigsten Fragen zu Arbeiten trotz Krankschreibung

 

Darf man trotz Krankschreibung arbeiten?

 

Ja, grundsätzlich darf man. Denn eine Krankschreibung stellt kein Beschäftigungsverbot dar. Stimmt der Arbeitgeber zu und liegt keine Gefährdung für die betroffene Person oder deren Kollegen vor, darf die krankgeschriebene Person arbeiten.

 

Besteht Versicherungsschutz beim Arbeiten trotz Krankschreibung?

 

Ja. Sowohl die Krankenversicherung als auch die Unfallversicherung greifen. Krankgeschriebene Mitarbeitende sind damit genauso versichert wie üblich, auch auf dem Arbeitsweg.

 

Verliert die Krankschreibung ihre Gültigkeit, wenn man trotz Krankschreibung gearbeitet hat?

 

Nein. Wer vorzeitig arbeiten geht und dann feststellt, dass er doch noch nicht weit genug genesen ist, darf die AU wieder in Anspruch nehmen.

 

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Um darauf achten zu können, wer trotz Krankschreibung arbeiten will, brauchst Du einen guten Überblick. Mit der Abwesenheitsmanagement-Software von Kenjo lassen sich Urlaubs- und Krankheitstage Deiner Angestellten vollkommen unkompliziert verwalten. Größere Unternehmen profitieren davon, dass jedes Team seine eigenen Auszeiten erfassen kann.

 

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Die Berichte inklusive Abwesenheitsarten gehen automatisch an die HR-Abteilung. So ist sofort erkennbar, wer von den krankgeschriebenen Angestellten vor Ablauf der AU wieder zur Arbeit erscheint. Im Bedarfsfall können die Vorgesetzten das direkte Gespräch suchen, um zu klären, ob der Mitarbeitende wirklich bereits einsatzfähig ist.

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