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Homeoffice

Mitarbeiter im Homeoffice nach Persönlichkeit führen und motivieren

Die nächste Beförderungsrunde gehört den Introvertierten: Anders als bei der Arbeit im Büro haben introvertierte Mitarbeiter im Homeoffice die Nase vorn. Wir erklären, wie man Mitarbeiter erfolgreich führen und motivieren kann, wer am meisten davon profitiert und wer etwas mehr Hilfe benötigt.

 

Zu Hause im stillen Kämmerlein ohne viel Aufhebens um ihre Person zu arbeiten, fühlt sich für Introvertierte ziemlich normal an. Sie brauchen die Ruhe, um fokussiert arbeiten zu können. Die Lauteren unter uns können das nur schwer nachvollziehen, sie scheinen immer etwas zu sagen zu haben und stehen gerne im Scheinwerferlicht. Vorgesetzte deuten dieses Verhalten oft so, dass extrovertierte Mitarbeiter die aktiveren sind, alles im Griff haben und das Unternehmen vorwärts bringen. Auf der anderen Seite geraten die ruhigeren Mitarbeiter ins Hintertreffen: Besprechungen, Teamevents, Großraumbüros - für introvertierte Mitarbeiter stellen diese Aktivitäten oft große Hindernisse dar. 

 

In ihrem internationalen Bestseller "Still: Die Kraft der Introvertierten" schreibt die ehemalige Anwältin Susan Cain, dass wir in einer "Gesellschaft leben, die eine kulturelle Voreingenommenheit gegenüber Extrovertierten auf Kosten der Introvertierten und der Gesamtwirtschaft hat." Um in einer Unternehmenskultur überleben zu können, müssten introvertierte Menschen "extrovertierte Verhaltensweisen annehmen, die auf Dauer geistig und körperlich ermüden und ihre Arbeit beeinflussen."

 

"Wenn Introvertierte sich wie Extrovertierte verhalten, ist das sehr stressig. Es entspricht nicht ihrem natürlichen Verhalten."

- Susan Cain

 

 

Bedenkt man, dass Introvertierte laut Cain 30 bis 50 Prozent der Belegschaft ausmachen sollten Personalmanager hellhörig werden. In der heutigen Welt des Fachkräftemangels können es sich Unternehmen und Vorgesetzte nicht leisten, diese Fachkräfte, Energie und Zufriedenheit zu vergeuden. 

 

Mehr noch, mit dem durch die Covid-19-Pandemie bedingten Umstieg auf mobiles Arbeiten im Homeoffice könnten sich die Rollen verschieben und Mitarbeiter in vertauschten Rollen wiederfinden. Schließlich scheinen sich introvertierte Menschen viel leichter an das Homeoffice weit weg von lauten Großraumbüros zu gewöhnen als Extrovertierte. In gewisser Weise stellt diese zurückgezogene Arbeitsweise ihren natürlichen Lebensraum dar. Extrovertierte dagegen vermissen den sozialen Austausch im Büro, was sich erheblich auf ihre Stimmung, Produktivität und allgemeine Arbeitsleistung auswirken kann.

 

Lasse Deine Mitarbeiter nicht frustriert zurück; unsere Tipps und Ratschläge helfen Führungskräfte, ihre Mitarbeiter im Homeoffice erfolgreich zu führen und motivieren.


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Erfolgreich Mitarbeiter im Homeoffice führen

 

Menschen sind verschieden, vielschichtig und widersprüchlich. Jeder denkt, fühlt und handelt anders als andere. Und das ist auch gut so. Daher können wir Menschen auch nicht einfach in eine Kategorie stecken. Dennoch lässt sich dem wesentlichsten Teil unserer Persönlichkeit mit einer konkreten Frage auf den Grund gehen: Wie lädst Du Deine Energiereserven auf - allein oder in Gesellschaft? 

 

Jeder Kollege, der vorbeikommt, jeder Telefonanruf, jede E-Mail und jeder freundliche Small Talk raubt introvertierten Menschen potenziell noch mehr Energie, die sie für den Arbeitsalltag benötigen. Nach einem Arbeitstag im Großraumbüro fühle ich mich oft wie ein ausgewrungener Waschlappen, der nur noch nach Hause auf die Couch will. 

 

Sozialer Austausch entzieht introvertierten Menschen beträchtliche Energie. Im Gegensatz dazu fühlen sich Extrovertierte durch die Begegnung mit anderen belebt.

 

In der Regel kennen Personalmanager ihre Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens recht gut. Dementsprechend sollten sie deren Stärken und Schwächen zu ihrem Vorteil nutzen und ihre Mitarbeiter im Homeoffice individuell nach Persönlichkeitstyp führen und motivieren.



Motivation introvertierter Menschen

 

  • Introvertierte Mitarbeiter müssen ruhig und konzentriert arbeiten. Vorgesetzte sollten sich in Geduld üben und zum Beispiel Chats oder E-Mails zur Kommunikation nutzen. Auf diese Weise werden sie nicht abgelenkt und kriegen ihren dringend benötigten Raum.
  • Räume ruhigeren Mitarbeitern Zeit und Möglichkeiten ein, ihre Meinung in Meetings und Konferenzen zu äußern. 
  • Introvertierte reden nicht viel über private Dinge und mögen keinen sinnlosen Small Talk. Auch Mittagspausen mit dem ganzen Büro sind oft zu viel des Guten für sie. Akzeptiere, dass introvertierte Menschen ein anderes Bedürfnis nach Nähe haben und werte das nicht als Distanz oder Arroganz.
  • Beziehe Deine introvertierten Mitarbeiter explizit mit ein, besonders bei guten Leistungen. Sie haben Probleme, ihre Leistungen und Erfolge öffentlich zu kommunizieren. 
  • In gleicher Weise sollte eine Vertrauenskultur geschaffen werden, in der sich alle wohl fühlen.
  • Viele introvertierte Mitarbeiter blühen dank flexibler Arbeitsplatzmodelle auf und lassen sich leicht im Homeoffice führen und motivieren.
  • Das Konzept des "Ungestörten Arbeitens" hilft, das volle Potenzial der Mitarbeiter auszuschöpfen. Sorge für ein oder zwei Stunden konzentrierter Arbeit ohne Unterbrechungen durch E-Mails oder Slack-Nachrichten, damit Mitarbeiter zielgerichtet arbeiten und Ergebnisse liefern können.
  • Sobald die Mitarbeiter wieder im Büro arbeiten müssen, sind verschiedene Arten flexibler Arbeitsplatzmodelle ideal, introvertierten Menschen von Zeit zu Zeit den dringend benötigten Raum zu geben.



Warum das Homeoffice das perfekte Arbeitsplatzmodell für introvertierte Menschen ist

 

Erinnerst Du Dich nur an die letzte Betriebsfeier, bei der sich alle feuchtfröhlich amüsierten und Dein Kollege Dich zum gefühlt millionsten Mal fragte: "Warum bist Du immer so still?" Bevor Du genervt mit den Augen rollst, suchst Du lieber nach der nächsten Möglichkeit, einen diskreten Abgang zu machen. Zu Hause denkst Du erschöpft über die lautstarke Gesellschaft nach, in der wir leben und in die Du scheinbar nicht hineinpasst. Resigniert denkst Du, dass Selbstvertrauen, Geselligkeit und die Fähigkeit, sich gut zu präsentieren, im Arbeitsleben mehr zu zählen scheinen als alles andere.

 

Manchmal braucht es jedoch nur ein paar Veränderungen, um den perfekten Arbeitsplatz für introvertierte Menschen zu schaffen, damit sie ihre volle Kraft entfalten können. Sie konzentrieren sich lieber auf jeweils eine Aufgabe und ziehen festgelegte Meetings zufälligen Begegnungen vor, bei denen ihnen oftmals der ungeliebte Small Talk aufgezwungen wird. Eine ruhige, ungestörte Umgebung begünstigt die Produktivität und Kreativität introvertierter Menschen oft mehr als ein Großraumbüro, in dem mehr soziale Interaktionen erforderlich sind und häufige Ablenkungen auftreten.

 

Aufgrund dieser Bedingungen sind Introvertierte die perfekten Kandidaten für das Homeoffice. Du kannst sogar die introvertierten Kollegen dazu ermutigen, ihre besten Praktiken und Tipps für mehr Produktivität im Homeoffice mit denen zu teilen, die damit ihr Probleme haben.

 

Und während viele im Homeoffice unter dem fehlenden Tratsch und Klatsch in der Kaffeeküche leiden, ist für introvertierte Menschen diese Seite der mobilen Arbeit sogar der größte Vorteil. Keine unangenehmen Zusammentreffen mehr im Flur, keine Auseinandersetzungen mehr darüber, wer im Büro zu laut Kaugummi kaut und wann man das Radio ausschalten soll.

 

mitarbeiter führen und motivieren

 

 

Führen extrovertierter Mitarbeiter

 

Nichts von all dem bedeutet jedoch, dass Extrovertierte für das Homeoffice ungeeignet wären. Eine ausgewogene Arbeitszeitplanung, die aus Teilen im Homeoffice und Büroarbeit besteht, kann sowohl für Extrovertierte als auch für Introvertierte von großem Vorteil sein.

 

  • Ein wenig Small Talk kann nicht schaden. Ein lockeres Gespräch hilft, das Eis zu brechen und vermittelt das Gefühl, gehört zu werden. 
  • Wirf einen Blick hinter die Fassade. Nicht jeder, der immer extrem selbstbewusst rüberkommt, ist tatsächlich auch so im Innersten. Selbst der lauteste Scherzkeks muss nicht unbedingt ein oberflächlicher Typ sein. Urteile also nicht vorschnell.
  • Extrovertierte Menschen lieben Aufmerksamkeit und Feedback. Wenn sie für eine gut gemachte Arbeit gelobt werden, steigert das ihre Motivation.
  • Extrovertierte Menschen fühlen sich oft sozial isoliert und einsam im Homeoffice. Aufmerksame Personalmanager fördern daher regelmäßige virtuelle Team Meetings, Skype-Mittagessen und nutzen Zeit für persönliche Kontakte, um sich regelmäßig bei ihnen zu melden.
  • Um extrovertierten Mitarbeitern zu helfen, sich an das Homeoffice zu gewöhnen, sollten viele soziale Interaktionen eines Büroumfelds gefördert werden. Dazu gehören zum Beispiel regelmäßige Check-Ins über Videoanrufe, die Einrichtung von Chaträumen in Messaging-Plattformen wie Slack oder Webinare.
  • Nutze Videokonferenzen statt nur zu telefonieren. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten für individuelle und Team-Interaktionen wie Facetime, WhatsApp, Teams, Zoom. Benutze diese nicht nur für den geschäftlichen Austausch, sondern auch für die übliche Kaffeepause und vielleicht ein Team-Mittagessen.



Merkmale erfolgreicher Mitarbeiter im Homeoffice

 

Es gibt eine Menge großartiger Persönlichkeitstests, um die Charaktereigenschaften von Mitarbeitern zu beurteilen und so die für eine bestimmte Position am besten geeigneten Personen zu finden. Einer der leistungsfähigsten Test ist der DISC-Persönlichkeitstest, der das Persönlichkeitsprofil von Mitarbeitern anhand von vier DISC-Typen ermittelt. Diese stehen für Dominanz, Einfluss, Stetigkeit und Gewissenhaftigkeit und zeigen die jeweiligen Tendenzen, Präferenzen und Verhaltensmuster der Mitarbeiter auf.

 

Ebenso bekannt zur Erfassung von Mitarbeiterpersönlichkeiten ist der Myer-Briggs Type Indicator (MBTI). Er zeigt an, ob die Persönlichkeit eines Mitarbeiters zu einer von zwei Tendenzen neigt, wie zum Beispiel Extraversion vs. Introversion.

 

Unabhängig davon, ob jemand introvertiert oder extrovertiert ist, eignet sich nicht jeder für die Arbeit im Homeoffice, was vor allem vom Persönlichkeitstyp und der Grundeinstellung des Mitarbeiters abhängt. Wer sich leicht ablenken lässt, Aufgaben zu langsam erledigt oder schlechte Arbeitsergebnisse liefert, sollte lieber im Büro arbeiten. 

 

Für Mitarbeiter mit folgenden Merkmalen und Charaktereigenschaften könnte das Homeoffice allerdings die perfekte Lösung sein: 

 

  • Selbstdisziplin: Als wohl wichtigste Eigenschaft hilft sie Mitarbeitern, selbst unangenehme Aufgaben anzupacken und zu erledigen.
  • Verlässlichkeit und Gewissenhaftigkeit: Personalmanager und Vorgesetzte sollten Mitarbeiter fragen, wie und wo sie diese besser unterstützen können. Eine offene Kommunikation sorgt für Vertrauen und Verständnis und ggf. rechtzeitiges Einschreiten bei Problemen, die Mitarbeiter im Homeoffice bemerken.
  • Einhaltung von Abgabeterminen: Die Einhaltung knapper Fristen, auch wenn zu Hause viel los ist, hilft bei Projekten, an denen an verschiedenen Standorten gearbeitet wird. Klare Ziele und Termine sind für Mitarbeiter entscheidend, um diese entsprechend anzupassen.
  • Ehrlichkeit: Dies ist ein Selbstläufer. Arbeitet Dein Mitarbeiter wirklich an der Exceltabelle oder denkt er sich nur ein paar Zahlen aus? Leistungskontrollen sind hier sehr nützlich.
  • Initiative und Kommunikationsfähigkeit
  • Technisch versiert: Wenn Du von zu Hause aus arbeitest, bist Du ziemlich auf Dich allein gestellt. Wenn Dein Computer Probleme bereitet und Du normalerweise sofort Deinen Sitznachbarn um Hilfe bittest, ist das Homeoffice nicht das Richtige für Dich. Ein Mindestmaß an technischen Kompetenzen sollte vorhanden sein, damit nicht viele unproduktive Stunden am Telefon mit dem Kundendienst verbracht werden.
  • Gelassenheit: Im Homeoffice kann immer einmal etwas schief gehen: Notfälle wie Stromausfälle oder Datenverlust etwa. Mitarbeiter sollten hier ruhig  bleiben anstatt durch unbedachtes Handeln mehr Schaden anzurichten.


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Optimale Arbeitsatmosphäre für beide Mitarbeitertypen

 

In der heutigen Arbeitswelt beträgt das Verhältnis von introvertierten zu extrovertierten Menschen annähernd 50:50. Dennoch könnte man in unserer schnelllebigen, digitalisierten und sich schnell verändernden Zeit den Eindruck gewinnen, dass die Gesellschaft von Extrovertierten dominiert wird. Bis die Covid-19-Pandemie uns zwang, den Gang zu wechseln und im Homeoffice zu arbeiten. Um eine optimale Arbeitsatmosphäre zu schaffen, sollten sich Personalmanager die Frage stellen, wie sie Mitarbeiter im Homeoffice am besten motivieren und führen können

 

Für alle Mitarbeiter wäre es wahrscheinlich vorteilhaft, wenn Unternehmen neben Räumen für Meetings und zwanglose Gespräche auch ruhige Arbeitsplätze schaffen würden. Vor allem aber würden Introvertierte jedoch von der Möglichkeit profitieren, in einer Arbeitsumgebung mit geringen Umwelteinflüssen zu arbeiten - denn ihre kreative Energie kommt von innen.

 

Keiner der beiden Persönlichkeitstypen lässt sich gerne verbiegen, insbesondere Mitarbeiter im Homeoffice, die relativ autonom arbeiten müssen.  Deshalb müssen Unternehmen prüfen, wie sie die verschiedenen Arbeitsweisen nutzen und unterstützen können. Letzten Endes sind wir alle unterschiedlich. Und es sind genau diese Unterschiede, die letztlich den Erfolg ausmachen.

 

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