Die Rüstzeit ist ein wichtiger Faktor in verschiedenen Bereichen, insbesondere in der Produktion und im Projektmanagement. Sie bezieht sich auf die Zeit, die benötigt wird, um eine Maschine, Anlage oder Arbeitsumgebung von einer Aufgabe auf eine andere umzustellen. Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit eines Produktionsprozesses hängt maßgeblich von der Minimierung der Rüstzeit ab.
In diesem Artikel werden wir uns genauer mit dem Konzept der Rüstzeit beschäftigen, wie sie berechnet wird und auf welche Faktoren man bei der Rüstzeitoptimierung achten sollte. Egal ob in der Fertigung von Produkten oder in anderen Bereichen, in denen Rüstzeiten eine Rolle spielen, ist es von großer Bedeutung, diese so effizient wie möglich zu gestalten, um Zeit und Ressourcen zu sparen und die Produktivität zu steigern.
Lasst uns einen Blick auf die Definition und Berechnung der Rüstzeit werfen und herausfinden, welche Aspekte bei der Optimierung beachtet werden sollten.
Wenn eine Maschine oder eine Produktionsstätte, d.h. einzelne Anlagen oder ganze Produktionslinien, für einen speziellen Bearbeitungsvorgang eingerichtet und mit den erforderlichen Werkzeugen ausgestattet werden, wird die Dauer dieser Umstellung als Rüstzeit bezeichnet. Normalerweise findet die Rüstzeit zwischen der Produktion verschiedener Teile statt, was bedeutet, dass die Produktionsanlage während dieser Zeit stillsteht. Die Rüstzeit umfasst also die Zeitspanne zwischen der Produktion eines Teils und der Produktion eines anderen Teils auf derselben Maschine.
Während der Rüstzeiten wird nichts produziert. Deshalb stellt die Reduzierung der Rüstzeiten in einer Wertschöpfungskette immer ein Optimierungspotenzial dar und ist ein entscheidender Faktor für die Flexibilität in der Produktion.
Der Einrichtungsvorgang besteht normalerweise aus den folgenden vier Schritten:
Um die Rüstzeit besser zu verstehen, haben wir hier ein Beispiel für euch:
Die produzierten Teile für A werden abtransportiert und der Auftrag wird im System abgemeldet, gefolgt von der Registrierung des neuen Auftrags. Zu diesem Zweck werden dann die neuen Materialien und Maschinen bereitgestellt, die für die Produktion der Teile für B benötigt werden. Die Zeit, die während dieses Prozesses vergeht, nennen wir die Rüstzeit.
Rüstzeit kann als Arbeitszeit gelten, aber nur unter bestimmten Umständen und Vorschriften. Wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in seinem Urteil vom 12. Juni 1991 entschied, ist die Rüstzeit Arbeitszeit, wenn:
Das Urteil des EuGH wird dafür kritisiert, dass es sich auf die Erwerbsarbeit konzentriert, wodurch wesentliche Aspekte der Arbeit wie unbezahlte Überstunden und Arbeitszeit, die dem Arbeitgeber normalerweise nicht zur Verfügung steht, ausgeklammert werden.
Die Berechnung der Rüstzeit kann je nach Situation und Branche unterschiedlich sein. Es gibt jedoch einige gängige Ansätze und Methoden, die zur Bestimmung der Rüstzeit verwendet werden. Hier sind drei gängige Berechnungsmethoden:
Es ist wichtig zu beachten, dass die Berechnung der Rüstzeit kontinuierlich überwacht und optimiert werden sollte. Durch regelmäßige Analysen und Verbesserungen können Unternehmen ihre Effizienz steigern und unnötige Verzögerungen minimieren.
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Die Berechnung der Rüstzeit ist aus mehreren Gründen wichtig:
Zusammenfassend trägt die Berechnung der Rüstzeit zur Effizienzsteigerung, Kosteneinsparungen und Verbesserung der Produktivität bei, was für Unternehmen in verschiedenen Branchen von großer Bedeutung ist.
Wer sich als Unternehmer mit dem Thema Rüstzeit beschäftigt, sollte die Zeiterfassung stets im Gesamtkontext der Arbeitszeitorganisation betrachten. Nur wenn Arbeitszeiten vollständig und strukturiert erfasst werden, lassen sich Rüstzeiten korrekt abbilden, auswerten und in bestehende Prozesse integrieren.
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