Es ist Montagvormittag in der Disposition. Die Woche ist geplant, die LKW rollen. Doch am Ende des Monats wartet das unvermeidliche Chaos: Die Lohnabrechnung steht an. In vielen Speditionen beginnt jetzt das große Rätselraten.
Fahrer Müller war am Montag auf dem 7,5-Tonner, am Dienstag auf dem Sprinter und den Rest der Woche auf dem 40-Tonner. Wo werden seine Lohnkosten verbucht? Ohne eine präzise Kostenstellenverteilung landen alle Kosten in einem großen Topf oder werden pauschal geschätzt. Das Ergebnis: Niemand weiß genau, welches Fahrzeug wirklich profitabel war.
In diesem Artikel erfährst Du, wie Du die Kostenstellenverteilung automatisieren kannst und warum die Verbindung von Schichtplan und Lohnbuchhaltung der Schlüssel zu einer sauberen Fahrzeugkostenrechnung ist.
In der klassischen Lohnbuchhaltung hat ein Mitarbeiter oft eine feste Kostenstelle. Frau Meyer aus der Verwaltung gehört zur Kostenstelle "Verwaltung". Das ist einfach. In der Logistik ist die Realität jedoch dynamischer. Fahrer sind oft "Springer" – sie wechseln Fahrzeuge je nach Bedarf, Auftragslage oder Ausfällen.
Das Problem dabei: Die Lohnbuchhaltung erhält am Monatsende meist nur die Gesamtstunden des Fahrers. Die Information, wo diese Stunden angefallen sind, fehlt oder existiert nur auf handgeschriebenen Zetteln und komplexen Excel-Listen. Disponenten und Buchhalter müssen dann mühsam rekonstruieren: "Welche Stunde gehört zu welchem LKW?"
Dieser manuelle Abgleich ist nicht nur extrem zeitintensiv, sondern auch fehleranfällig. Ein kleiner Übertragungsfehler in der Excel-Tabelle kann die Rentabilitätsrechnung eines ganzen Fahrzeugs verfälschen.
| Manueller Prozess (Status Quo) | Automatisierter Prozess (Ziel) |
|---|---|
| Disponent führt separate Excel-Liste für Fahrzeugeinsätze. | Fahrzeugzuordnung erfolgt direkt im digitalen Schichtplan. |
| Lohnbüro muss Stunden händisch auf Kostenstellen aufteilen. | Software übergibt Stunden inkl. Kostenstelle automatisch. |
| Hohe Fehlerquote durch Abtippen und Übertragen. | Fehlerfreie Datenübermittlung per Schnittstelle (z.B. DATEV). |
| Fahrzeug-Rentabilität ist oft erst Wochen später verfügbar. | Echtzeit-Daten für die Fahrzeugkostenrechnung. |
Vielleicht denkst Du: "Wir verteilen die Lohnkosten der Spedition einfach pauschal auf alle Fahrzeuge. Das gleicht sich schon aus." Das ist ein gefährlicher Trugschluss.
Lohnkosten sind oft der größte variable Kostenblock in der Logistik. Wenn Du diese als Gemeinkosten "mit der Gießkanne" verteilst, betreibst Du eine Mischkalkulation. Ein Fahrzeug, das häufig teure Überstunden, Nachtzuschläge oder Spesen verursacht, sieht auf dem Papier plötzlich rentabler aus, als es tatsächlich ist. Umgekehrt wird ein effizient eingesetztes Fahrzeug schlechter gerechnet.
Ohne eine verursachungsgerechte Zuordnung der Lohnkostenstellen fährst Du im Blindflug. Du weißt nicht, welche Tour oder welches Fahrzeug wirklich Geld verdient und wo Du eigentlich draufzahlst.
Wie lösen wir dieses Dilemma? Die Antwort liegt nicht in der Buchhaltung selbst, sondern davor: in der operativen Planung. Um die Variable Gehaltsabrechnung in der Spedition zu meistern, müssen wir das "Wer?" (Fahrer) mit dem "Wann?" (Zeit) und dem "Wo?" (Fahrzeug/Objekt) verknüpfen.
Eine moderne Personalverwaltungssoftware baut genau diese Brücke. Der Workflow sieht wie folgt aus:
Vergiss Zettelwirtschaft und erledige Deine Verwaltungsaufgaben in Rekordzeit – von der Einsatzplanung und Zeiterfassung bis zur vorbereitenden Lohnbuchhaltung.
Moderne Personalverwaltungssoftware für die Logistik macht Schluss mit dem manuellen Rechnen. Die Funktion, die Du suchst, nennt sich oft "Objekt-Zuordnung" oder "Tagging".
Wenn Du in der Schichtplanung einen Fahrer per Drag & Drop auf einen LKW ziehst, hängt das System diesem Arbeitstag automatisch ein digitales Preisschild um: die Kostenstelle des LKWs. Auch variable Bestandteile wie Nachtzuschläge oder Spesen, die an diesem Tag anfallen, werden automatisch dieser Kostenstelle zugerechnet.
Für die Lohnbuchhaltung in der Logistik bedeutet das: Am Monatsende gibt es keinen Stapel Papier mehr, sondern eine saubere Export-Datei. Diese kann Dein Steuerberater oder Deine Lohnabteilung direkt einlesen.
Lass uns das an einem konkreten Beispiel durchspielen. Unser Fahrer Tobias ist ein typischer Springer. In einer Woche fährt er zwei verschiedene Fahrzeuge.
Das Szenario:
Montag bis Mittwoch: Sprinter (Kostenstelle 100)
Donnerstag bis Freitag: 7,5-Tonner (Kostenstelle 200)
Früher musste jemand diese Tage manuell ausrechnen und splitten. Mit automatisierter Software sieht der Datensatz für die Lohnabrechnung so aus:
| Wochentag | Fahrzeug | Arbeitsstunden | Buchungssatz (Automatisch) |
|---|---|---|---|
| Montag | Sprinter | 8 Std. | 8 Std. auf KST 100 |
| Dienstag | Sprinter | 8 Std. | 8 Std. auf KST 100 |
| Mittwoch | Sprinter | 8 Std. | 8 Std. auf KST 100 |
| Donnerstag | 7,5-Tonner | 9 Std. | 9 Std. auf KST 200 |
| Freitag | 7,5-Tonner | 7 Std. | 7 Std. auf KST 200 |
| Gesamt | - | 40 Std. | 24 Std. KST 100 / 16 Std. KST 200 |
Das Ergebnis: Einmal geplant, überall korrekt verbucht. Dein Steuerberater muss nicht mehr nachfragen, und Deine Kostenträgerrechnung stimmt auf den Cent genau.
Die manuelle Zuordnung von variablen Fahrerlöhnen auf Fahrzeuge ist einer der größten Zeitfresser in der Lohnvorbereitung von Speditionen. Wer hier auf Excel setzt, riskiert Fehler und verliert den Überblick über die echte Rentabilität seiner Flotte.
Die Lösung liegt in der Automatisierung: Wenn Du Deine Kostenstellenverteilung automatisieren möchtest, verknüpfe Deinen digitalen Schichtplan direkt mit der Zeiterfassung. So landen alle Kosten – vom Grundlohn bis zum Nachtzuschlag – automatisch auf dem richtigen LKW.
Schluss mit dem "Blindflug" bei der Fahrzeug-Kalkulation. Nutze Kenjo, um Deine Schichtplanung direkt mit der Lohnvorbereitung zu verknüpfen. Spare Dir die manuelle Excel-Pflege und sorge für Klarheit bei jedem gefahrenen Kilometer.